Die liebsten Gärten der Münchner sind die Biergärten. Es gibt sie in großer Zahl über sämtliche Stadteile der bayerischen Landeshauptstadt verteilt. Ein beliebtes Ausflugsziel ist zum Beispiel der Biergarten in München-Freiham, im Westen der Isar-Metropole.
Traditionell darf man sein Essen in einen „echten“ MĂĽnchner Biergarten mitbringen. Nur Getränke mĂĽssen beim Wirt gekauft werden. Diese Besonderheit geht auf ein Dekret Ludwig I. zurĂĽck. Brauereien in MĂĽnchen hatten im 19. Jahrhundert Bierkeller angelegt, die – als es noch keine groĂźtechnischen Anlagen zur KĂĽhlung gab – mit Kies bedeckt und zusätzlich von Kastanienbäumen beschattet, fĂĽr die Frische des Gerstensaftes sorgten. Der bayerische König hatte seinerzeit mit RĂĽcksicht auf kleine Brauer verfĂĽgt, dass Brauereien zwar auf Ihrem Areal einen Bierausschank betreiben dĂĽrfen, die Speisen von den Gästen selbst mitgebracht werden mĂĽssen. Das wird inzwischen nicht mehr so eng gesehen.
Die heutigen Biergärten in München sind zwar bei Sommerhitze dank der schattenspenden Bäume immer noch beliebte Zufluchtsorte, haben sich aber zu vollwertigen Gastronomiebetrieben entwickelt. Meist gibt es eine Selbstbedienungstheke, an der man sich Bier, alkoholfreie Getränke, aber auch Essbares holen kann. Die kulinarischen Klassiker sind Steckerlfisch, Fleischpflanzerl und Obadzda, so dass man nicht zwangsläufig auf selbst gemachte Salate und ähnliches zurückgreifen muss.
Dennoch sind Biergärten in Bayern eine bierernste Angelegenheit. Nicht umsonst gibt es seit 1999 eine Bayerische Biergartenverordnung, in der Ausnahmen in puncto Lärmschutz und Nachtruhe geregelt sind. Zudem wird festgelegt, dass die Biergärten quasi ein schützenwertes Kulturgut sind, das der Naherholung und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt dient. Der Biergarten ist in Bayern tatsächlich eine Institution für alle gesellschaftlichen Schichten.